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CMR (cancerogen mutagen reprotoxic) – Stoffe führen häufig zu einem Schulverbot

Negativliste (Verbote von Stoffen an Schulen)

Eine Negativliste, d.h. eine Liste mit Stoffen, die in der Schule nicht aufbewahrt werden dürfen, ist online nicht verfügbar, kann aber durch Filtern der Excel-Version der DGUV- Regel SR-2004 erhalten werden.

DGUV-Regel_2004 (1)_Negativliste

Da die Liste auf dem Stand von 2010 ist, sind noch nicht alle Verbote enthalten, wie z.B. weißer Phosphor.

In der folgenden Aufzählung sind einige früher häufig verwendete Substanzen aufgezählt, die heute an Schulen nicht mehr aufbewahrt werden dürfen.

Die fogende Aufzählung ist nicht vollständig!

  • Arsen (III)-oxid, Arsensäure
  • Asbest in jeder Form, z.B. auch Platinasbest
  • Benzidin
  • Benzol, Azobenzol
  • Cadmiumverbindungen
  • Chromate von Chrom3+, Sr2+ und Zn2+
  • Chrom (VI)-oxid
  • Cobalt (II)-acetat, Cobalt (II)-sulfat
  • Diethylsulfat, Dimethylsulfat
  • Formaldehyd
  • Hydazin und Derivate
  • Kongorot
  • 2-Naphtylamin
  • Nickelverbindungen (Ausnahme Nickel(II)-hydroxidcarbonat)
  • Nitrosoverbindungen
  • Phophor, weiß
  • Pikrinsäure
  • Sudan III
  • 1,1,1 Trichlorethan, 1,1,2 Trichlorethen, 1,1,2 Trichlortrifluorethan

Umgang mit krebserzeugenden Stoffen im Lehrerversuch

In  RISU Teil I – 3.5.1  Krebserezugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Gefahrstoffe wird der Umgang mit krebserzeugenden Stoffen grundsätzlich geregelt:

Krebserzeugende und erbgutverändernde Stoffe der Kategorie 1 und 2 dürfen bis auf wenige Ausnahmen im Unterricht nicht verwendet werden.

Ausnahmen findet man in der folgender Tabelle aufgeführt:

Tabelle1 Krebserzeugende Stoffe, die in bestimmen Fällen im Lehrerversuch erlaubt sind
(RISU, S. 26, I-3 Tätigkeiten mit Gefahrstoffen)

Hier handelt es sich um krebserzeugende Stoffe, die in kleinen Mengen als Reaktionsprodukte bei chemischen Reaktionen entstehen oder nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden dürfen. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind bei den Experimenten einzuhalten.

Als Beispiel seien hier  lösliche Chrom (VI)-Verbindungen genannt, die trotz krebserzeugendem Potential (Kat. 2) im Lehrerversuch verwendet werden dürfen. Dabei muss Staub- oder Aerosolbildung vermieden werden.

In diesem Kapitel werden noch Regelungen zu Azofarbstoffen, Quarzstaub und Ottokraftstoff aufgeführt.

Desweiteren wird daraufhingewiesen, dass auch kreberzeugende oder erbgutverändernde Stoffe entstehen können. Unter bestimmten Bedingungen (kleinste Mengen) dürfen Versuche durchgeführt werden.

Tabelle 2: Experimente bei denen krebserzeugende oder erbgutverändernde Stoffe in kleinen Mengen entstehen können

In RISU I – 3.5.2 werden umweltgefährdende Stoffe, die die Ozonschicht zerstören können,  wie z.B. Halone und FCKWs, für den Unterricht verboten.

Weißer Phosphor nicht an Schulen aufbewahren

Weißer Phosphor darf an Schulen nicht aufbewahrt werden. Dies wird in der RISU I – 3.5.3 Sonstige Stoffe festgelegt.

Verbot des Ammoniumdichromatvulkans

Normalerweise werden nicht Versuche sondern Substanzen in der Schule gebannt. Es gibt einen Versuch, den Ammoniumdichromatvulkan, der verboten ist. Sein Verbot findet man an ganz ungewohnter Stelle, in der RISU (Ausgabe 2013) wird das Verbot in einer Tabelle ausgesprochen, die über krebserzeugende Stoffe, die im Lehrerversuch zugelassen sind, informiert.

Tabelle1 Krebserzeugende Stoffe, die in bestimmen Fällen im Lehrerversuch erlaubt sind
(RISU, S. 26, I-3 Tätigkeiten mit Gefahrstoffen)

Schülerversuche

Wenn Schüler selber experimentieren, werden strengere Maßstäbe angelegt. Dies ist auch abhängig davon, ob sich die Schüler in der Unter, Mittel- oder Oberstufe befinden. In kommerziellen Dantenbanken, wie z.B. den Sicherheitsdatenblättern der Chemikalien-Hersteller, sind solche Angaben nicht zu finden. Die Umgangsbeschränkungen werden in der RISU, Teil I,  in der  Tabelle_3 festgelegt. So sind z.B. alle Versuche mit sehr giftigen, explosiven und kanzerogenen Stoffen verboten.  In DGUV-Regel SR-2004  wird in der Spalte 9 aufgrund der Tabelle 3 die Angabe gemacht, ob die Substanz für den Schülerversuch zulässig ist oder nicht.

Beschränkungsverbote erfolgen weiterhin aufgrund der Einstufung nach GefStoffV , z.B. entscheidet T+ oder T, ob ein Schüler in der Sek I und Sek II damit umgehen darf (siehe oben, Tabelle 3, RISI, Teil I).

Hinweis:

Die aktuellste Datenbank mit Angaben für Schulen findet man in D-GISS, allerdings ist D-GISS nicht online verfügbar. Änderungen werden über die Website von D-GISS bekanntgegeben.