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CMR (cancerogen mutagen reprotoxic) – Stoffe führen häufig zu einem Schulverbot

Negativliste – Chemikalien mit Schulverbot

Für die Schulchemie sind normalerweise Stoffe und nicht Versuche verboten (Ausnahme Dichromatvulkan).

Eine Negativliste, d.h. eine Liste mit Stoffen, die in der Schule nicht aufbewahrt und verwendet werden dürfen, ist nur über das Online – Portal DEGINTU und dessen Filterfunktion möglich.

Dazu muss man in die Gefahrstoffdatenbank in DEGINTU aufrufen und unter dem Filter – Tätigkeitsbeschränkung das“ X“ (generelles Tätigkeitsverbot an Schulen) wählen und dann auf der Alphabetleiste auf „alle“ klicken. Daraufhin wird die Liste angezeigt (kann auch ausgedruckt werden, im Moment bitte auf Durcken klicken und dann als PDF speichern), im Moment sind 121 von 1649 Substanzen auf der Negativliste.

Diese Zahlen bedeuten im Klartext, dass uns Chemielehrern noch eine genügend große Zahl von Substanzen zum Experimentieren zur Verfügung steht. Leider sind einige Muttersubstanzen von Verbindungsklassen herausgefallen (Methanal, Benzol), sowie aus dem anorganischen Bereich Weißer Phosphor und Nickelsalze, mit denen besonders interessante und spektakuläre Versuche möglich waren.

Umgang mit KMR – Stoffen im Lehrerversuch

In  den Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht wird im folgenden Kapitel der Umgang mit KMR-Stoffen geregelt:

I – 3.5.1 Krebserzeugende, keimzellmutagene und reproduktionstoxische Gefahrstoffe („KMR-Stoffe“)
Krebserzeugende und keimzellmutagene Stoffe der Kategorien 1A und 1B (siehe III –2.5) dürfen bis auf wenige Ausnahmen im Unterricht nicht verwendet werden.Ausgenommen sind für Lehrerexperimente die in der folgenden Tabelle 1 aufgeführten Stoffe sowie die krebserzeugenden Stoffe, die bei chemischen Reaktionen in geringen Mengen als Reaktionsprodukte oder Reaktionsnebenprodukte entstehen (Beispiele hierfür sind in Tabelle 2 aufgeführt).

Ausnahmen findet man in der folgender Tabelle aufgeführt:

Tabelle 1 (RISU_Stand 2019_S. 25)

Bei der Tabelle 2 handelt es sich um KMR – Stoffe, die in kleinen Mengen als Reaktionsprodukte bei chemischen Reaktionen entstehen oder nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden dürfen. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind bei den Experimenten einzuhalten.

Tabelle 2 (RISU_Stand 2019_S. 26)

Hier handelt es sich um krebserzeugende Stoffe, die in kleinen Mengen als Reaktionsprodukte bei chemischen Reaktionen entstehen oder nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden dürfen. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind bei den Experimenten einzuhalten.

Als Beispiel seien hier  lösliche Chrom (VI)-Verbindungen genannt, die trotz krebserzeugendem Potential (Kat. 2) im Lehrerversuch verwendet werden dürfen. Dabei muss Staub- oder Aerosolbildung vermieden werden.

Verwendet man die Gefahrstoffdatenbank im Online-Portal DEGINTU, kann man nichts falsch machen. Alle Ausnahmen sind dort eingearbeitet.

Verbotener Versuch: Dichromatvulkan

In Tabelle 1 (siehe oben) werden lösliche Chromatverbindungen für den Schulversuch zugelassen, gleichzeitig mit einer Fußnote der Ammoniumdichromatvulkan verboten. Der Grund liegt in der Unmöglichkeit, Stäube bei diesem Versuch zu vermeiden.

Ammoniumdichromat – Vulkan (Film)

Schülerversuche

Wenn Schüler selber experimentieren, werden strengere Maßstäbe angelegt. Dies ist auch abhängig davon, ob sich die Schüler in der Unter, Mittel- oder Oberstufe befinden. In der Stoffdatenbank des Online-Portals von DEGINTU wird jeweils angegeben, welches Altersklasse mit welchen Chemikalien arbeiten darf.

Chemikalien, die wieder verwendet werden dürfen

In den letzten Jahren waren einige Substanzen verboten, dann wieder erlaubt. Dazu zählen folgende Substanzen für den Schülerversuch:

Phenolphthalein < 0,1 % Lösung (ab Sek. I)

Borax <